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Die dunkle Seite… der kommerziellen Literatur

Frank Schätzing ist für mich das Symbol des modernen Autors, der sich trotz Talent stets dem Fluss der Kommerzialität unterwirft. So hat der ehemalige Marketingfachmann mal schnell ein altes Manuskript aus seinen Schubladen gezaubert um auf seiner Erfolgswelle weiter abzusahnen. Und wer hat sich natürlich gleich die Rechte an einer Verfilmung gekrallt? Ja, richtig, RTL… 😀

Buchcover zu “Die dunkle Seite”Aber manche alte „Schätze“ sollten lieber verborgen bleiben. So sehen es die Protagonisten in „Die dunkle Seite“ und so sollte es auch Frank Schätzing sehen. Dieser geistige Erguss hätte lieber niemals gefunden werden dürfen, denn er wimmelt nur so von Klischees und ist durch und durch daraufhin auch konstruiert.

Am Ende des Golfkrieges in Kuwait finden drei Söldner der Fremdenlegion einen „Schatz“ bestehend aus Diamanten. Doch sie beschließen diesen erst außer Landes zu schaffen, wenn der Krieg vorbei ist. Einer von ihnen kommt ums Leben und als endlich Frieden herrscht, ist der Schatz natürlich auch weg und dies bedeutet noch mehr Tote…

Fast zehn Jahre später in Köln: Ein absolut harmlos wirkender Geschäftsmann fällt einem Mord zum Opfer und ein gewisser Kommisar Üsker ermittelt. Gleichzeitig bekommt die Privatdetektivin, die eigentliche Protagonistin des Buches, Vera Gemini einen Auftrag von einem Unbekannten jemanden aus der Fremdenlegion ausfindig zu machen. Die drei Geschichten laufen zusammen und Gemini fühlt sich von dem geheimnisvollen neuen Klienten so angezogen, dass eine leidenschaftliche und gefährliche Affäre daraus entsteht. Doch dadurch gerät sie in ein Netz, aus dem sie nur schwer entkommen kann…

Dieser etwas diffuse Plot bleibt auch so. Schätzing hat sich teils komplett in seinen Konstruktionen verloren. Und so wirkt die Story an manchen Stellen sehr hölzern.

Auch den Charakteren geht es so. Besonders die Figur der Vera Gemini ist so klischeehaft und leblos gezeichnet. Solche Heldinnen finden sich wohl nur in Männerfantsien wieder. Aus ihrer Scheidung, die sie seelisch fertig gemacht hat, ist sie wiedergeboren als ein Hyper-Super-Duper-Megaweib: tough, selbstbewusst, erfolgreich, super sexy, sportlich und megaintelligent. Zwischen Designermöbeln und -klamotten verfällt sie dem geheimnisvollen, sadistischen, skrupellosen, zynischen und schönen Fremden. Und der treibt natürlich ein hinterhältiges Spiel mit ihr. Doch unser schlaues Naivchen merkt erst gaaanz spät was… OHHH! Der perfekte Stoff für das klischeeverwöhnte RTL-Publikum…

Wie gesagt, ich finde Frank Schätzing hat sonst wirklich Talent. Nur a kann man nicht immer gut sein und b könnte man doch, wenn man dann schon in Kohle schwimmt, solchen billigen Kram lassen wo er ist.

3 Kommentare




  1. […] Erstlingswerke sind. Wobei “Mordshunger” sogar noch einen Tick besser ist als “Die dunkle Seite“. Vom inhaltlichen und sprachlichen Niveau also genau das Richtige für […]

  2. Johng572




    Enjoyed examining this, very good stuff, thankyou . While thou livest keep a good tongue in thy head. by William Shakespeare. deedfadedadd

  3. Johnf974




    You have brought up a very good details , thankyou for the post. dkcbedddbdeb

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