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Horror nach Schema F

Buchcover zu “Dunkler als die Nacht”Jeder kennt das Gruselthema: Ein altes Haus, in das eine intakte Familie einieht und dann beginnt der Horror. Es spukt… An sich ja wirklich nett und schon ein echter Klassiker, der immer wieder für Spannung und gepflegten Grusel sorgt. Und, genau weil dieses Motiv schon so ausgelutscht ist, sollten Autoren, die sich hieran wagen schon einen besonders guten Einfall haben.

Owl Goingbacks neuester Roman “Dunkler als die Nacht” bedient sich eben dieses Themas und, wie erwartet, gelingt es ihm nicht daraus noch etwas Neues zu machen. Und so verkommt ein klassisches Thema immer mehr zu einfallslosem Horror, wenn dem Autor mal die Ideen ausgegangen sind.

Michael Anthony, ein Autor von Fantasy-Romanen, hat seine Kindheit nach dem Tod seiner Eltern bei seiner Oma in einem Haus in dem Kaff Braddock in Missouri verbracht. Doch seine Großmutter wurde immer seltsamer und schließlich entzogen die Behörden ihr das Sorgerecht.

Jahre später ist Anthony Familienvater und lebt in New York, von wo er aufgrund der steigenden Kriminalität und der Gefahren wegwill (ach Amiland! :-) ). Da trifft es sich gut, dass seine Großmutter stirbt und ihm das Haus vermacht.

Die Familie zieht also nach Braddock. Für den Vater ist es eine Reise in seine Kindheit, für seinen achtjährigen Sohn ein Abenteuer und für die 15-jährige pubertierende Tochter ein Ärgernis. Von den verschrobenen Kleinstadtbewohnern misstrauisch beäugt lebt es sich zunächst ganz gut, bis das obligatorische Knarzen in den Wänden und die komischen Geräusche auftauchen. Schnell sehen die Bewohner auch seltsame Schatten und Formen an Wänden und Boden. Und am Ende muss selbst der skeptische Vater zugeben, dass es in ihrem Haus spukt. Die Wesen haben sich einst seine Großmutter geholt und nun sind sie aus nach einer größeren Beute. Ein Alptraum beginnt…

Na, kommt euch das alles bekannt vor? Mir auch… ;-) Natürlich fehlt auch der obligatorische wetternde Priester nicht und ein Indianer, der ihnen etwas über eine Legende vom unterirdischen Höllenreich erzählt. Alles sehr mysteriös… Buhuhu. Und genauso klischeehaft und einfallslos bleibt das Buch inklusive dem großen Finale. Auch die Schreckmomente sind, weil schon tausendmal gesehen oder gelesen absolut vorhersehbar.

Hinzu kommen noch völlig leere und mit 08/15- Motiven vollgestopfte Charaktere, die genauso hölzern und knöchern sind, wie das Haus, in dem sie wohnen.

Ein wirklich überflüssiges Buch, das ein klassischen Motiv einfallslos zu Grunde richtet.

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